Was ist eine Absprungrate?

So interpretierst und optimierst du die Absprungrate richtig!
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Lesezeit: 9 Min.
Aktualisiert am 12.04.2021

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Alex Rasper

Alex beschäftigt sich viel mit dem Thema User Experience und Trafficströmen auf verschiedenen Webseiten. Dazu nutzt er alle wichtigen Metriken, welche Google Analytics zur Verfügung stellt, um die bestmögliche Performance aus Webseiten herauszuholen.

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Absprungrate Definition

Die Absprungrate (engl. Bounce Rate) ist ein Wert aus Google Analytics. Sie beschreibt den Anteil der Sitzungen deines Traffics, der lediglich auf einer einzigen (Unter-)Seite war. Wenn beispielsweise jemand über ein organisches Ergebnis auf deine Webseite kommt, sich auf der Zielseite aufhält und wieder geht ohne auf eine weitere Unterseite deiner Domain navigiert zu haben, dann spricht man von einem Absprung.

definition

Wie berechnet sich die Absprungrate?

Der prozentuale Wert der Absprungrate ergibt sich aus der Division von Anzahl der Sitzungen mit dem Besuch von nur einer Seite und der Anzahl aller Sitzungen. Wenn von 100 Sitzungen 50 nur Eine-Seite-Sitzungen sind, dann ergibt sich eine Absprungrate von 50 Prozent.

Abgrenzung zur Ausstiegsrate

Die Absprungrate unterscheidet von der Ausstiegsrate dahingehend, dass bei der Ausstiegsrate alle Ausstiege auf einer Zielseite durch alle Sitzungen, die die Zielseite besucht haben, dividiert werden.

berechnung

Was hat Einfluss auf die Absprünge?

Um Optimierungsansätze für die Verbesserung der Absprungrate zu schaffen, muss man sich bewusst machen, dass verschiedene Faktoren Einfluss auf die Absprungrate haben.

einfluss

Geräte
Das Nutzungsverhalten von Desktop, Mobil oder Tablet unterscheidet sich stark. Je nach Umstand verweilen Desktop oder Mobilgeräte länger oder kürzer auf einer Webseite. Wenn unterwegs schnell nach einer Information gesucht wird, ist die Absprungrate mitunter höher als in einer ruhigen Situation am heimischen Desktop PC, in der vielleicht doch die Zeit da ist, sich mit weiterführenden Links zu diesem Thema zu befassen.

Neue Nutzende vs. alte Bekannte
Wenn Nutzende deine Seite bereits kennen und oft mit ihr interagieren, sinkt die Absprungrate mitunter. Die Menschen besuchen die Seite dann oft durch eine direkte Eingabe in den Browser (Kanal Direct) und navigieren von dort aus zu ihren gewünschten Inhalten. Neue Nutzer hingegen müssen sich erst mit deinem Online Angebot vertraut machen und landen wahrscheinlich nicht als Einstieg auf deiner Startseite.

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Alex

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geräte

Kanal
Oft variiert die Qualität der Besuchenden von verschiedenen Analytics Kanälen. Nehmen wir beispielsweise eine Google Ads Kampagne aus dem Analytics Kanal Paid. Die Kampagne ist nur unzureichend ausgerichtet, da viele Keywords nicht spezifisch genug sind. Als Folge kommen zwar viele Menschen auf die Zielseite, finden jedoch nicht notwendigerweise das, was eigentlich ihrer Suchintention entspricht. Die Absprungrate ist entsprechend hoch. Wenn nun Google Ads auch noch die größte Trafficquelle ist, dann ist auch die Absprungrate der gesamten Webseite ziemlich hoch. Man muss hier also auch unterscheiden, wie gut die Seite ihren Inhalt auf anderen Kanälen (Social Media, Affiliates, SEO, E-Mail, etc.) verspricht. Manchmal eignen sich auch nicht alle Kanäle gleich gut, da sich die Zielgruppe beispielsweise etwas anders in Social Media verhält als in der klassischen Google Suche.

kanal

Intention der Nutzenden & Art der Webseite
Nehmen wir als Beispiel Traffic, der sich für neue Schlafzimmermöbel interessiert. Über eine Google Shopping Anzeige kommen die Nutzenden in einen Online Shop für Möbel. Da jedoch das Produkt selbst nicht gefällt, wird auf die Produktvorschau der Kategorie Schlafzimmermöbel geklickt. Die Nutzenden befinden sich noch in der Findungsphase und ein Shop eignet sich hervorragend, weiter zu stöbern und Inspiration zu finden. Hier ist eine niedrige Absprungrate wahrscheinlicher, da es auf der Shopseite viele relevante weitere Links gibt, die die Besuchenden interessieren könnten. Suchen NutzerInnen jedoch nach einer kurzen und bestimmten Information, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie die Seite wieder verlassen, wenn die Informationssuche beantwortet wurde. Als Gegenbeispiel soll hier eine Seite zu Wetterdaten dienen. Jemand sucht “Wetter Leipzig” und wird auf der Seite für das Leipziger Wetter fündig. Wieso sollte dann der weiterführende Link für “Wetter München” interessieren? In solchen Fällen ist eine hohe Absprungrate wesentlich wahrscheinlicher.

intention

Vollumfänglichkeit des Inhalts und Keywordausrichtung
Wenn deine Zielseite die mögliche Suchintention vollumfänglich abbildet, steigt mitunter die Absprungrate an. Nutzende finden dann einfach all das, was sie gesucht haben. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Suchintention knapp mit wenigen Sätzen beantwortet werden kann. Wenn deine Seite zu einem bestimmten Keyword bereits hohe Google Rankings hat, diese Keywords inhaltlich aber mitunter nicht zur gänzlichen Befriedigung der Nutzenden bedient, kann dies die Absprungrate ebenso verschlechtern.

keyword

Technik
Als letzten Punkt können auch technische Mängel eine zu hohe oder auch auffällig niedrige Absprungrate begünstigen. Habt ihr auf eurer Seite bspw. ein Overlay oder irgendwelche Pop-Ups, die sich nicht schließen lassen, erhöht das eure Absrungrate massiv. Ebenso können Funktionsfehler in der Nutzungsführung und schlechtes Webdesign dazu führen, dass sich die Besuchenden in einer Sackgasse befinden und gehen. Als weiterführende Literatur sei an dieser Stelle Franziskas Blog zu UX-Design und Nutzerführung zu empfehlen.

Zu lange Ladezeiten machen ein vorzeitiges Gehen auch wahrscheinlicher. Ein versehentlich mehrfach im Quelltext integrierter Google Analytics Code hat hingegen zur Folge, dass die Absprungrate extrem niedrig ist. Häufig ist das die Ursache für eine Absprungrate von unter einem Prozent. In diesem Fall wird eine Sitzung doppelt gezählt und fällt automatisch aus der Eine-Seite-Sitzung raus.

technik

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Was ist eine gute Absprungrate?

Immer wieder fragen sich Webseitenbetreibende, was ein guter Wert für die Absprungrate ist. Ab wann spricht man von einer schlechten (zu hohen) Absprungrate oder was ist eine gute (niedrige) Absprungrate? Wie ihr sehen könnt, hängen alle Einflussfaktoren zumindest mittelbar zusammen. Daher lässt es sich auch nicht pauschalisieren, ab wann man von einer guten oder schlechten Absprungrate spricht. Google hat 2018 Benchmarks für verschiedene Branchen herausgegeben (Quelle), an denen man sich mehr oder weniger orientieren kann. Nichtsdestotrotz wird es je nach Webseite auch innerhalb der Branchenwerte eine breite Varianz geben.

gute

Auskunftsportale

53%

Autos & Fahrzeuge

48%

Beruf & Bildung

54%

Bücher & Literatur

63%

Computer & Elektronik

61%

Essen & Trinken

59%

Finanzen

58%

Gesetz & Regierung

60%

Haus & Garten

53%

Hobby & Freizeit

56%

Industrie & B2B

56%

Immobilien

52%

Internet & Telekommunikation

59%

Kunst & Entertainment

59%

Leute & Gesellschaft

62%

Wissenschaft

63%

Tiere & Haustiere

56%

Sport

52%

Spiele & Gaming

54%

Shopping

47%

Schönheit & Fitness

57%

Reisen

52%

Online Communities

48%

Nachrichten

67%

Absprungrate optimieren

Wie sollte man nun vorgehen, wenn man die Absprungrate optimieren möchte? Wir empfehlen zu Beginn eine detaillierte Traffic-Analyse. Von welchen Geräten greifen meine Besuchenden auf die Seite zu? Von welchem Kanal kommen sie? So lässt sich zumindest in einem relativen Verhältnis eine grobe Schätzung abgeben, weshalb die Absprungrate so ist, wie sie ist. Unser Ansatz besteht daher nicht primär darin, uns an irgendwelchen Branchen-Benchmarks zu messen, sondern den IST-Wert sukzessive zu verbessern.

optimieren

Pop-Ups und Overlays
Verzichte wenn möglich auf Pop-Ups und Overlays (sowie übermäßig störende Ads), da sie deinen Traffic unnötig vom Inhalt wegziehen. Wenn du solche Einblendungen dennoch nutzen willst, dann sorge dafür, dass diese auf sämtlichen Bildschirmgrößen einfach zu schließen sind.

Externe Links reduzieren
Externe Links animieren deine Besuchenden dazu, deine Seite zu verlassen. Gestalte diese daher immer so, dass sie in einem neuen Tab öffnen. Der HTML Befehl innerhalb des < a href > ist übrigens target=”_blank”.

Fehlerfreie Navigation
Nutzende müssen ständig fehlerfrei durch deine Webseite navigieren können. Das bedeutet, dass keine Sackgassen entstehen und alle deine internen Links (insb. Menü, Buttons, verlinkte Medien, etc.) fehlerfrei funktionieren.

Der Klickstream Tipp
Die Absprungrate in Google Analytics führt zu einigen Interpretationsbesonderheiten, welche du kennen und bereinigen solltest, bevor du diese Online Marketing KPI optimierst. Da der einzelne Seitenbesuch nur einmal einen Ping an die Analytics-Server auslöst, beträgt die Verweildauer dieses Traffics, der nur eine Seite besucht hat, immer 0 Sekunden. Sollte deine Webseite also viele Sitzungen mit nur einem Seitenbesuch aufweisen, dann verfälscht das die durchschnittliche Sitzungsdauer deiner Domain zunehmend. Ebenso sollten alle Menschen, welche an der Seite arbeiten via IP-Ausschluss abstrahiert werden (Verwaltung > Filter), da diese unnötig die Absrungrate senken und die Verweildauer erhöhen. Zudem empfehlen wir den Haken bei “Bekannte Bots und Spider ausschließen” (Verwaltung > Einstellungen der Datenansicht) zu setzen.

Inhaltsversprechen
Deine Titel, Meta Descriptions, Anzeigentexte und Inhaltsvorschauen sollten kanalübergreifend das versprechen und vermitteln, was deine Zielseite auch inhaltlich erfüllt. Wenn Besuchende nicht das finden, was sie gesucht haben oder ihnen versprochen wurde, verlassen diese die Webseite schnell wieder.

Ladezeiten
Sorge dafür, dass deine Seite schnell lädt. Je länger die Inhalte nicht zu sehen sind, desto wahrscheinlicher ist ein vorzeitiger Absprung.

Weiterführende Beiträge zum Thema Absprungrate:

Ausstiegsrate
Durchschnittliche Sitzungsdauer
Google Analytics
Ladezeiten
Sitzungen

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    Bildnachweis: @Pexels; AutorIn: Pixabay; ID 265685 | @unsplash; AutorIn: Leone Venter; ID VieM9BdZKFo | Eigene Darstellungen

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